Nicola Nashed ist Coach und Trainerin für Burnoutprävention, Resilienz und gesunde Selbstführung mit über 17 Jahren internationaler Berufserfahrung. Die studierte Medienwissenschaftlerin mit Schwerpunkten in Marketing und Amerikanistik verbindet strategische Business-Erfahrung aus internationalen Konzernen mit fundierter Expertise im Bereich mentale Gesundheit und nachhaltige Leistungsfähigkeit.
Ihre berufliche Laufbahn führte sie zunächst in internationale Marken- und Innovationsrollen. Als Brand Managerin bei Reckitt Benckiser in Auckland (Neuseeland) sowie später als Head of Innovation bei Pernod Ricard in Paris verantwortete sie strategische Marken- und Innovationsprojekte in dynamischen, internationalen Arbeitsumfeldern. Heute arbeitet Nicola Nashed als Coach und Trainerin mit Unternehmen und Einzelpersonen und unterstützt dabei, gesunde Arbeitsstrukturen, Resilienz und nachhaltige Selbstführung im Arbeitsalltag zu stärken.
„Burnout ist selten ein individuelles Problem; meist ist es ein strukturelles.“
Aktuell beschäftigt Nicola besonders die wachsende mentale und physische Erschöpfung vieler Menschen im Arbeitskontext. In Gesprächen mit Organisationen und Führungskräften zeigt sich immer wieder eine zentrale Herausforderung: Unternehmen erwarten hohe Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit, während gleichzeitig die Energieressourcen der Menschen zunehmend unter Druck geraten. Deshalb beschäftigt sie die Frage, wie Organisationen Rahmenbedingungen schaffen können, die nicht nur Leistung ermöglichen, sondern auch langfristige mentale Gesundheit fördern und schützen.
Für Nicola wird die Zukunft der Arbeit stark von Digitalisierung und KI geprägt sein. Technologische Entwicklungen können viele repetitive Aufgaben erleichtern und Prozesse effizienter gestalten. Gleichzeitig besteht die Gefahr zunehmender Arbeitsverdichtung, steigenden Effizienzdrucks und einer wachsenden Informationsflut. Fähigkeiten wie Selbstführung, Fokus, Priorisierung und ein bewusster Umgang mit Information werden daher zu zentralen Kompetenzen der Arbeitswelt von morgen. Auch der reflektierte Einsatz von KI wird aus ihrer Sicht eine wichtige Schlüsselkompetenz.
Eine Annahme, die ihr im Kontext von Burnoutprävention häufig begegnet, lautet: Burnout sei vor allem ein individuelles Problem, das sich durch mehr Resilienz, Achtsamkeit oder einzelne Gesundheitsangebote lösen lasse. Nicola sieht das differenzierter. Zwar können solche Maßnahmen hilfreich sein, doch echte Prävention beginnt auf struktureller Ebene. Dauerhafte Überlastung entsteht meist durch ein Zusammenspiel aus Arbeitsstrukturen, Unternehmenskultur und dauerhaft hohen Anforderungen. Wenn Menschen über längere Zeit mehr Energie investieren müssen, als sie regenerieren können, gerät das System aus dem Gleichgewicht.
Optimistisch stimmt sie, dass mentale Gesundheit heute deutlich offener diskutiert wird als noch vor wenigen Jahren. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass langfristige Leistungsfähigkeit eng mit dem Wohlbefinden der Mitarbeitenden verbunden ist. Gleichzeitig sieht sie weiterhin Veränderungsbedarf, insbesondere beim Umgang mit Arbeitsbelastung, permanenter Erreichbarkeit und der Fähigkeit, klare Grenzen zu setzen. Für die Zukunft der Arbeit wünscht sie sich Organisationsstrukturen, in denen Leistung und Gesundheit selbstverständlich zusammen gedacht werden.
Ihr Rat an HR-Verantwortliche lautet: Mentale Gesundheit darf kein Nebenthema sein, sondern muss fester Bestandteil moderner Personalarbeit werden. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel, wirtschaftlichem Druck und wachsender Komplexität ist es entscheidend, gesunde Arbeitsbedingungen langfristig mitzudenken. Organisationen, die in Prävention, Resilienz und gesunde Arbeitskultur investieren, stärken damit nicht nur ihre Mitarbeitenden, sondern auch ihre eigene Zukunftsfähigkeit.

