Miriam Abdeslem ist Beraterin und Expertin für New Work und Transformation. In ihrer Arbeit begleitet sie Organisationen dabei, Zusammenarbeit, Führung und Strukturen neu zu denken und nachhaltig zu verändern. Ihr Fokus liegt darauf, nicht nur Symptome zu bearbeiten, sondern die zugrunde liegenden Muster in Organisationen sichtbar zu machen und gezielt weiterzuentwickeln.
Ihre berufliche Laufbahn ist geprägt von der intensiven Arbeit an Transformationsprozessen in unterschiedlichen Kontexten. Als Beraterin bei SUPYOU Consulting konzipiert und begleitet sie Projekte rund um New Work, Führung und Organisationsentwicklung. Zuvor unterstützte sie als Senior Business Transformation Coach bei der TARGOBANK Teams und Führungskräfte dabei, zukunftsfähige Arbeitsweisen zu etablieren und strukturelle sowie kulturelle Herausforderungen wirksam zu adressieren. Ihre Erfahrungen als Agile Coach bei der AOK PLUS, wo sie über mehrere Jahre hinweg Transformationen hin zu agilen und kundenzentrierten Organisationsformen begleitete, prägen bis heute ihren systemischen Blick auf Veränderung.
„Gesunde Organisationen entstehen nicht durch Maßnahmen, sondern durch Klarheit in Struktur, Verantwortung und Entscheidungen.“
Aktuell beschäftigt Miriam vor allem die Beobachtung, dass viele Organisationen zwar die richtigen Themen erkennen, diese jedoch nicht konsequent greifen. Fragen nach Zusammenarbeit, Führung und Veränderung sind präsent, bleiben jedoch oft auf einer oberflächlichen Ebene. Entscheidend sind für sie die grundlegenden Klärungen: Wer trifft Entscheidungen? Wer übernimmt Verantwortung? Was hat wirklich Priorität? Genau an diesen Punkten entstehen aus ihrer Sicht viele der Herausforderungen, die sich später in Überlastung oder kulturellen Spannungen zeigen.
Mit Blick auf die Zukunft der Arbeit sieht sie Technologie nicht als alleinigen Treiber. Digitalisierung und KI werden Prozesse beschleunigen und den Zugang zu Wissen verändern, doch der eigentliche Unterschied entsteht in der Art der Zusammenarbeit. Für sie liegt die Chance darin, Organisationen bewusster zu gestalten: klarere Entscheidungen, stärkere Verantwortungsübernahme und ein fokussierter Umgang mit dem, was wirklich Wert schafft. Je mehr Möglichkeiten entstehen, desto wichtiger wird die bewusste Auswahl dessen, was tatsächlich getan wird.
Eine verbreitete Annahme über ihr Fachgebiet ordnet sie klar ein: Arbeitskultur wird häufig über Angebote wie Workshops, Programme oder Benefits gedacht. Für Miriam entsteht gesunde Kultur jedoch nicht zusätzlich zur Arbeit, sondern in der Art, wie Arbeit organisiert ist; in Klarheit, Prioritäten und konsequenten Entscheidungen.
Optimistisch stimmt sie, dass viele Organisationen und Menschen heute bewusster auf Arbeit blicken. Themen wie Sinn, Gesundheit, Zusammenarbeit und Führung rücken stärker in den Fokus. Gleichzeitig sieht sie einen klaren Veränderungsbedarf darin, strukturelle Probleme nicht länger zu individualisieren. Für sie liegt die Zukunft darin, Systeme klarer zu gestalten, anstatt nur am Verhalten einzelner anzusetzen.
Ihr Rat an HR-Verantwortliche: Veränderung beginnt immer bei einem selbst. Die Art zu kommunizieren, Entscheidungen zu treffen und mit Verantwortung sowie Unsicherheit umzugehen, prägt das Umfeld stärker als jedes Konzept. Wirkung entsteht nicht durch Modelle, sondern durch gelebtes Verhalten.

