Alina Wende ist Diplom-Ökonomin und arbeitet seit 2007 an der Schnittstelle von HR, Führung und persönlicher Entwicklung. Heute ist sie als selbstständige systemische Coach und Trainerin tätig und begleitet Führungskräfte sowie Organisationen dabei, Führung wirksam, gesund und klar auszurichten. Ihr Fokus liegt auf der Verbindung von Selbstführung, mentaler Gesundheit und werteorientierter Führung, insbesondere in anspruchsvollen Arbeitskontexten.
Ihre berufliche Laufbahn begann in der Personaldienstleistung, wo sie über viele Jahre hinweg verschiedene Rollen durchlief; von der Personalreferentin bis zur Vertriebsleiterin. Sieben Jahre davon trug sie Führungsverantwortung, parallel zu ihrer Rolle als Mutter von Zwillingen. Diese Zeit hat ihren Blick auf die Realität von Führung, Verantwortung und Vereinbarkeit nachhaltig geprägt. Im Frühjahr 2025 entschied sie sich für den Schritt in die Selbstständigkeit und vertiefte ihre Expertise durch zahlreiche Weiterbildungen, unter anderem in Coaching, mentaler Gesundheit und Positiver Psychologie. Zudem arbeitet sie in Kooperation mit der St. Gallen Executive School im Bereich Managerial Effectiveness.
„Führung beginnt nicht mit Verantwortung für andere, sondern mit Klarheit über sich selbst.“
In ihrer Arbeit beschäftigt Alina besonders der Einstieg in Führungsrollen. Viele Menschen übernehmen Verantwortung für andere, ohne sich zuvor bewusst mit ihrer neuen Rolle auseinandergesetzt zu haben. Dabei zeigt sich immer wieder, wie entscheidend Selbstführung, innere Klarheit und ein stabiles mentales Fundament sind, um den Anforderungen zwischen operativem Druck, organisationalen Erwartungen und Teamverantwortung gerecht zu werden.
Ein besonderes Anliegen ist ihr die Perspektive von Frauen in Führung. Sie beobachtet häufig, dass viele sich stark an äußeren Erwartungen orientieren, hohe Ansprüche an sich selbst stellen und dabei Gefahr laufen, die eigene Klarheit zu verlieren. Für sie wird genau hier sichtbar, was gute Führung ausmacht: eine klare innere Haltung, die Orientierung gibt; für sich selbst und für andere.
Mit Blick auf die Zukunft der Arbeit sieht sie großes Potenzial in der Entlastung durch Digitalisierung und KI. Routinetätigkeiten werden zunehmend automatisiert, wodurch Raum für das Wesentliche entsteht: echte Zusammenarbeit, Vertrauen und Beziehungsgestaltung. Für sie ist entscheidend, dass Organisationen diesen Freiraum bewusst nutzen und Führung stärker als menschliche Kernkompetenz verstehen.
Eine verbreitete Annahme hinterfragt sie dabei klar: Fachliche Exzellenz allein qualifiziert nicht automatisch für Führung. Führung ist kein Selbstläufer, sondern erfordert eine bewusste Entscheidung, eine klare innere Ausrichtung und die Bereitschaft, Verantwortung für Menschen zu übernehmen.
Optimistisch stimmt sie, dass Themen wie psychologische Sicherheit, mentale Gesundheit und werteorientierte Führung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig wünscht sie sich, dass Gleichberechtigung in Zukunft so selbstverständlich wird, dass gezielte Förderdebatten nicht mehr notwendig sind.
Ihr Rat an HR-Verantwortliche ist klar: Die eigene Rolle aktiv gestalten und sichtbar machen. HR prägt Strukturen, Kultur und Führung maßgeblich; und trägt damit entscheidend dazu bei, wie Arbeit im Alltag erlebt wird. Diese Verantwortung braucht eine klare Stimme, Mut zur Positionierung und den Willen, Führung im Unternehmen nachhaltig zu verbessern.

