Johannes Dalampiras ist Interim Lead Active Sourcing Expert mit rund 12 Jahren Erfahrung im Recruiting- und Talent-Sourcing-Umfeld. Seine berufliche Laufbahn umfasst Stationen in internationalen und wachstumsstarken Organisationen wie Ceva Logistics, Amazon sowie Redcare Pharmacy, wo er als Senior Tech Sourcer tätig war. Ergänzend bringt er Erfahrung aus dem Projektmanagement bei T-Systems mit und verbindet damit operative Recruiting-Exzellenz mit strukturellem Prozessverständnis.
Sein Fokus liegt auf Active Sourcing in technisch anspruchsvollen Umfeldern, insbesondere im Engineering- und IT-Bereich. Dabei beschäftigt ihn vor allem die zunehmende Diskrepanz zwischen ambitionierten Stellenprofilen und der real verfügbaren Kandidatenlandschaft; bei gleichzeitig steigendem Erwartungsdruck an Geschwindigkeit und Qualität im Recruiting.
„Recruiting entsteht nicht durch Masse, sondern durch Relevanz.“
In seiner täglichen Arbeit beobachtet er, dass viele Recruiting-Prozesse noch immer auf überhöhten Anforderungsprofilen basieren, die nur bedingt mit dem Arbeitsmarkt realistisch vereinbar sind. Für ihn ist klar: Die Herausforderung liegt nicht im Mangel an Tools oder Kanälen, sondern in der Qualität der Zieldefinition und der Klarheit über tatsächliche Anforderungen.
Die zunehmende Bedeutung von KI und Digitalisierung sieht er als schrittweise Transformation der Arbeitswelt. Operative und wiederkehrende Tätigkeiten werden weiter reduziert, während strategische Fähigkeiten wie Entscheidungsstärke, Kommunikation und Zielgruppenverständnis wichtiger werden. Besonders im Active Sourcing verändert sich die Rolle deutlich: weg von reiner Recherche hin zu datenbasiertem Beziehungsmanagement und präziser Kandidatenansprache.
Eine verbreitete Fehlannahme in seinem Fachgebiet ist die Vorstellung, dass Recruiting durch Automatisierung und Tools weitgehend skalierbar und ersetzbar wird. Aus seiner Sicht greift das zu kurz. Technologie kann Prozesse beschleunigen und Daten zugänglich machen, ersetzt jedoch weder strategische Zielgruppenarbeit noch die Qualität der Kommunikation. Entscheidend bleibt das Zusammenspiel aus Daten, Hypothesen und Ansprachelogik.
Mit Blick auf die Zukunft der Arbeit ist er überzeugt, dass Flexibilität und Individualisierung weiter zunehmen werden. KI und Digitalisierung schaffen Freiräume für wertschöpfendere Tätigkeiten und ermöglichen eine stärkere Fokussierung auf echte Interaktion im Recruiting. Gleichzeitig sorgt die wachsende Transparenz im Arbeitsmarkt für bewusstere Entscheidungen auf Kandidatenseite, und damit langfristig für bessere Passungen.
Als zentrale Herausforderung sieht er jedoch weiterhin starre Strukturen und überholte Anforderungsprofile in vielen Unternehmen. Diese müssen durch flexiblere Prozesse und einen stärkeren Fokus auf Potenzial statt reiner Erfahrung ersetzt werden.
Sein Rat an HR-Enthusiasten ist klar: Den eigenen Wertbeitrag bewusst definieren und sich konsequent von rein operativen Rollen lösen. Wer HR als strategischen Hebel versteht, gestaltet aktiv bessere Entscheidungen und trägt direkt zum Unternehmenserfolg bei.

