Sophia Fresen ist Trainerin, Speakerin und Beraterin mit einem Hintergrund in Friedens und Konfliktforschung sowie Soziologie. In ihrer Arbeit begleitet sie Unternehmen, Organisationen und Teams dabei, Zusammenarbeit unter komplexen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen neu zu denken und tragfähige Formen des Miteinanders zu entwickeln. Ihr Fokus liegt darauf, Konflikte, Spannungen und unterschiedliche Perspektiven nicht zu vermeiden, sondern als Ausgangspunkt für professionelle Zusammenarbeit und kulturelle Entwicklung zu nutzen.
Ihre berufliche Laufbahn bewegt sich an der Schnittstelle von Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Sie war in Unternehmensberatungen tätig und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Büros von Mitgliedern des Deutschen Bundestages, wo sie politische Prozesse und gesellschaftliche Dynamiken aus nächster Nähe kennengelernt hat. Zuletzt leitete sie ein Projekt zur Prävention von Rechtsextremismus in Unternehmen und bringt damit fundierte Erfahrung in der Auseinandersetzung mit demokratischen Werten, Vielfalt und organisationaler Verantwortung in ihre heutige Beratungspraxis ein.
„Zusammenarbeit braucht Haltung, besonders wenn Perspektiven auseinandergehen.“
Aktuell beschäftigt Sophia vor allem die Frage, wie Zusammenarbeit in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft gelingen kann. Sie beobachtet, dass wirtschaftliche Kooperation auf Vertrauen, Vielfalt und demokratischen Grundhaltungen basiert, diese Grundlagen jedoch zunehmend unter Druck geraten. Für sie wird damit die Fähigkeit entscheidend, unterschiedliche Meinungen auszuhalten und gleichzeitig verbindliche Formen der Zusammenarbeit zu sichern, ohne zentrale Werte wie Gleichberechtigung oder Chancengleichheit zu verlieren.
Mit Blick auf die Zukunft der Arbeit geht sie davon aus, dass technologische Entwicklungen wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz viele repetitive Aufgaben übernehmen werden. Dadurch entsteht mehr Raum für kreative, strategische und zwischenmenschliche Arbeit. Gleichzeitig werden soziale und kognitive Kompetenzen wichtiger, insbesondere Selbstorganisation, kritisches Denken und Empathie. Technologie versteht sie dabei nicht als Ersatz für menschliche Zusammenarbeit, sondern als Verstärker, der neue Anforderungen an Kommunikation, Vertrauen und Verantwortung stellt.
Eine verbreitete Annahme über ihr Fachgebiet stellt sie klar in Frage: Die Vorstellung, dass politische und gesellschaftliche Themen keinen Platz im Arbeitskontext haben, greift aus ihrer Sicht deutlich zu kurz. Unternehmen sind längst von gesellschaftlichen Entwicklungen geprägt und Mitarbeitende bringen ihre Werte und Perspektiven selbstverständlich mit in den Arbeitsalltag. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung wird es deshalb zur Aufgabe von Organisationen, Orientierung zu geben und Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Sichtweisen professionell und respektvoll nebeneinander bestehen können.
Optimistisch stimmt sie, dass viele Organisationen zunehmend Verantwortung für eine offene, faire und demokratische Arbeitskultur übernehmen. Gleichzeitig sieht sie die Notwendigkeit, diese Entwicklungen aktiv zu schützen und weiterzuentwickeln, da Fortschritte im Bereich Vielfalt und Inklusion nicht selbstverständlich sind. Für sie zeigt sich hier deutlich, dass Unternehmen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung tragen.
Ihr Rat an HR lautet, gesellschaftliche Entwicklungen nicht auszublenden, sondern aktiv zu gestalten. Themen wie Vielfalt, Polarisierung und soziale Verantwortung gehören aus ihrer Sicht unmittelbar in die Organisationsentwicklung. HR kann dabei eine zentrale Rolle einnehmen, indem Räume für Dialog geschaffen werden und eine Kultur unterstützt wird, in der unterschiedliche Perspektiven respektvoll und konstruktiv zusammengeführt werden.

