Akzeptanz der GenZ und warum Berufsorientierung aktiv von Unternehmen gefördert werden sollte.

07. Mai 2026 | Autorin: Katja de Buhr |3 Min.

Ich erlebe es immer häufiger. Unternehmensvertreter*innen beschweren sich über das Verhalten der Gen Z: Sie sind nicht mehr pünktlich, können nicht mehr telefonieren. Sie achten zu sehr auf die zur Verfügung stehende Freizeit. Sie sind faul und vieles mehr. Aber ist es nicht viel wichtiger, zu verstehen, zu hinterfragen und aufeinander zuzugehen?! Anstatt die negativen Seiten zu sehen, sollten wir uns noch mehr auf die Stärken der jungen Menschen konzentrieren, wie digitale Kompetenzen, Hinterfragen von Inhalten und Neugierde. Hinterfragen und nicht einfach nur Machen ist nämlich eine ganz große Stärke, die wir noch viel mehr fördern sollten. Insbesondere in Zeiten von KI, in denen es unsere Aufgabe als Menschen sein wird, zu hinterfragen, was echt oder KI- generiert ist. Und Dinge verstehen und den Sinn in einer Tätigkeit erkennen zu wollen ist doch völlig legitim.

Akzeptanz der GenZ

Es ist also unsere Aufgabe als Unternehmen, insbesondere als HR, junge Menschen an Unternehmen heranzuführen und ihnen Berufsorientierung zu ermöglichen. Statt zu kritisieren, dass Schüler*innen heute einfach nicht mehr wissen, was sie wollen, können wir genau an dem Punkt ansetzen. Nämlich indem wir ihnen praxisnahe Einblicke ermöglichen, ihnen zeigen, was sich hinter verschiedenen Berufsbildern verbirgt. Das kann in Form eintägiger Berufsfelderkundungstage, längerer Schülerpraktika oder im Rahmen interner Veranstaltungen oder externer Berufsorientierungsmessen erfolgen. Hauptsache praxisnah, echt und authentisch. Und wer könnte Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten besser vorstellen als Auszubildende und Studierende selbst?! Diese Gruppe innerhalb der Berufsorientierung oder des Ausbildungsmarketings aktiv einzusetzen kann ein echter Mehrwert sein. Denn hier passiert Kommunikation auf Augenhöhe.

Können wir es jungen Menschen verübeln, nicht zu wissen, wie der „richtige“ Weg nach der Schule aussieht? Ich denke nicht. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Corona-Zeit ganz viel mit den Jugendlichen gemacht hat. Das Smartphone war oft die einzige Kontaktmöglichkeit zu Freund*innen. Es fehlte an zwischenmenschlichem Umgang. Und es gibt einfach so viele Möglichkeiten in der Berufswelt – da sieht man schnell den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Und genau hier können Unternehmen ansetzen. Engagement zeigen. Praxiseinblicke ermöglichen. Auf Augenhöhe kommunizieren. Und Wertschätzung sowie Verständnis zeigen. So entstehen echte Gespräche, aus denen Berufseinstiege werden können. Und falls am Ende vielleicht doch nicht der Ausbildungsvertrag im eigenen Unternehmen unterschrieben wurde, haben wir in jedem Fall einen Beitrag zur beruflichen Orientierung geleistet. Das ist als Unternehmen einer unserer Beiträge für die Gesellschaft: die Förderung junger Menschen.

Das gleiche gilt für Studierende. Wir legen oft den Fokus auf die Zielgruppe der Schüler*innen, weil wir denken, sie befänden sich an einem der prägendsten Lebensabschnitte: der Übergang von der Schule ins Berufsleben. Das stimmt. Aber lasst uns hier auch einen Blick auf die Zielgruppe der Studierenden werfen. Denn auch sie befinden sich in einer Phase der Orientierung: „Wie soll es für mich nach dem Studium weitergehen? In welchem Unternehmen kann ich mein theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen? Wo sehe ich mich langfristig?“ Hier fällt ganz schnell auf: Auch hier geht es um Orientierung, um Entdecken, um Herausfinden. Und auch hier können Unternehmen einen enormen Beitrag leisten, indem Praktika ermöglicht oder echte Einblicke auf Hochschulmessen gegeben werden. Ich bemerke oft, dass Studierende Praktika als „Zeitverschwendung“ wahrnehmen, weil sie möglichst schnell mit dem Studium fertig werden und endlich durchstarten möchten. Aber genau das ist nicht der Fall. Je mehr Praktika im Rahmen des Studiums absolviert werden, desto besser können Studierende ihre eigenen Stärken und Interessen, aber auch Entwicklungsbereiche herausfinden. Also: extrem wertvoll!

Die GenZ sollte nicht in eine Schublade gesteckt werden, sondern verstanden und aktiv gefördert werden. Sie ist unsere Zukunft. Und sie braucht unsere Hilfe. Berufsorientierung führt zu echten Erfolgen: Bei Schüler*innen und Studierenden, aber auch bei Unternehmen. Wenn Unternehmen die Wichtigkeit erkannt haben, können echte Talente identifiziert und Zukunft gestaltet werden. Let’s go!

Autorin: Katja de Buhr

Professional Talent Acquisition, Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG, Bielefeld

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